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Leinverarbeitung
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- Kategorie: Lein
1- Die Extrusion
Das erste Patent zur Extrusion von Lebensmitteln datiert aus dem Jahre 1860. Der Erfinder
– ein gewisser JH Kellog – schlägt dann weitere Anwendungen dieser Technologie im Bereich
der Behandlung von Getreide vor. Heute ist diese Technologie in der Lebensmittelproduktion
weit verbreitet. Sie steht für: Kochen, Vorformen, Texturieren und Entgiften.
Selbstverständlich wird Weizen nicht wie Lein, oder Milchprodukte nicht wie Soja extrudiert.
Im Einsatz steht eine Vielzahl von Maschinen mit entsprechend angepassten Verarbeitungsschritten. Eines haben sie jedoch gemeinsam: alle Produkte werden
während dem Durchlauf durch den Extruder einem hohen Druck ausgesetzt. Dieser hohe
Druck gibt den behandelten Produkten ihre spezifischen Eigenschaften. Bild!
2- Das Prinzip der Extrusion
Der Prozess beginnt bereits vor der eigentlichen Extrusion. Das Produkt muss vorbereitet
werden, d.h. es muss in eine Art Paste umgewandelt werden. Dabei kommen die
klassischen Werkzeuge einer Mühle zum Einsatz: Mahlen, Mischen, Vorbereitung
(Dampfinjektion), Reifung mittels einer Art Dampfkochtopf. Erst jetzt, wenn diese Paste
homogen vorliegt, ist das Nahrungsmittel „bereit zur Extrusion“. Ein Extruder gleicht einer „fortlaufenden“ Ölpresse. Das Produkt wird mit einer Förderschnecke in einen engen
Zylinder befördert. Auf dem ganzen Durchlauf wird der Zylinder immer enger: Druck und
Temperatur steigen und Scherkräfte wirken aufs Produkt (Texturierung).
Beim Ausgang wird das Produkt – nur wenige Sekunden nachdem es in den Extruder kam – herumgewirbelt und durch eine kleine Öffnung gepresst und so einem noch höheren Druck ausgesetzt. Dann wird es mit größter Gewalt in die Luft hinausgeschleudert. Damit
verbunden ist eine starke Absenkung der Druckverhältnisse von 30 auf ein bar.
Dieser letzte Prozess der Druckabsenkung und die Injektion von Wasserdampf sind die
eigentlichen Kernpunkte der Extrusion. Dieser mechanisch-thermische „Doppelschlag“
verändert die Eigenschaften des extrudierten Produktes grundlegend.
3- Die antinutritiven Eigenschaften des Leinsamens
Wie viele andere Pflanzensamen auch enthält der Lein sogenannte Bitterstoffe, die ihn vor Vogelfraß schützen sollen. Durch die Extrusion werden diese Bitterstoffe zerstört und der Lein verliert seinen bitteren Geschmack. Die Unkenntnis dieser Zusammenhänge sowie die noch nicht vorhandenen Technologischen Möglichkeiten führten in der Vergangenheit immer wieder dazu das Versuche den Lein in die Nahrungskette zurückzubringen zum Scheitern verurteilt waren.
4- Die Thermische Extrusion von Lein
Der technisch beste Prozess zur Verarbeitung von Lein muss sich an den althergebrachten Verarbeitungstechniken des Mahlens und Quellens der Leinsaat orientieren. Unsere Vorfahren
wussten zwar noch nichts über Bitterstoffe. Sie hatten hingegen eine
gute Beobachtungsgabe. Sie entwickelten Verfahren um die Bitterstoffe im Lein unschädlich zu machen. Sie kochten den Lein und weichten Ihn anschließend in Wasser ein. Beide Verfahren, sowohl das unserer Vorfahren wie auch die heutige Extrusion dienen der Lebensmittelsicherheit und der Verbesserung der Schmackhaftigkeit von Lein.
5- Die Wirkung des Verfahrens wird am Tier sichtbar
Der Wirkungsgrad des TradiLin® - Verfahrens wurde direkt beim Nutztier gemessen. Als
Kriterium galt die Anreicherung des Fettgewebes mit Fettsäuren vom Typ Omega-3 in der
Regel im Vergleich mit gemahlenem Lein resp. Leinöl. In allen Versuchen – unabhängig der Tiergattung - zeigte sich die Überlegenheit des TradiLin® - Verfahrens bei der Veränderung
des Fettsäuremusters im Depotfett von +75 % resp. + 150 %.
6- Sichtbare Resultate beim Menschen
Es gibt beim Menschen keine vergleichenden Versuche mit unterschiedlichen Leinquellen.
Indessen ist der Vergleich von zwei klinischen Studien – TradiLin® resp. zusammenfassende Literaturstudie über Untersuchungen mit Leinöl oder roher Leinsaat – beeindruckend.
7- Schlussfolgerung
Die Wiedereinführung von pflanzlichen Omega-3 Fettsäuren in die Nahrungskette ist ein wichtiger Schritt. Neben dem Gras und anderem Grünfutter, ist Lein die reichhaltigste und erst noch wirtschaftlichste Quelle an pflanzlichen Omega-3 Fettsäuren. Diese neue „Lein-Welle“ hat selbstverständlich ihre
Vor- und Nachteile. Lein hat in den verschiedensten Rationen seinen festen Platz, wenn er die Bitterstoffe neutralisiert wurden und seine ernährungsphysiologische Wirkung belegt ist. Das ist nicht
immer der Fall.
