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Information

Leinsorten

Lein ist eine der ältesten kultivierten Pflanzen der Welt (seit mehr als 10'000 Jahren).
Seine Faser diente zur Herstellung von Kleidern und seine Samen fanden in der Ernährung
und im Handwerk (Oelmühlen) Verwendung. Die Leinsamen wurden auf den bäuerlichen
Betrieben insbesondere im Winter als Futtermittel in der Tierernährung eingesetzt.

Vor der Verfütterung an die Tiere wurden die Leinsamen in einem speziellen Verfahren eingeweicht
und zermalmt, um die Verdaulichkeit zu begünstigen. Aufgrund ihrer Erfahrung schrieben
die Tierhalter den so behandelten Leinsamen wichtige, positive Eigenschaften für die
Gesundheit und das gute Aussehen der Tiere zu. 

Im Laufe der letzten 100 Jahren sind durch Pflanzenselektion zwei verschiedene
Leintypen entstanden:

  • Lein mit langem Stiel: dieser hochwüchsige Faserlein - auch Flachs genannt - hat
    nur einen geringen Ertrag an Leinsamen. Der Ölgehalt dieser Leinsamen ist relativ
    niedrig  (30-35%); das Öl ist jedoch sehr reich an pflanzlichen Omega 3 Fettsäuren.
  • Der kleinwüchsige Öllein: gezüchtet auf hohe Erträge an Leinsamen (bis 40 dt / ha)
    und auf einen hohen Gehalt an Öl (35-40%). Die Verwendung von Leinöl zu
    industriellen Zwecken, beispielsweise in Leinfarben, ist aus Qualitätsgrünen schlecht
    vereinbar mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, denn oxidiertes Leinöl
    reicht nach Fisch. Daher wurden für diese Verwendung die sogenannten Linola-
    Leinsorten mit einem tiefen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren gezüchtet.

Die Leinsorten, die in der TradiLin® -Nahrungskette zum Einsatz kommen, werden speziell wegen
ihres hohen Gehaltes an pflanzlichen Omega 3 Fettsäuren ausgelesen und weiter vermehrt. TradiLin®-Öllein darf deshalb
nicht mit industriellem Öllein verwechselt werden. 

  • Die Leinsamen der TradiLin® - Produktionskette müssen von zertifiziertem Saatgut stammen,
    das von einem Mitglied der Vereinigung TradiLin® oder von assoziierten ausländischen
    TradiLin® Vereinigungen stammt.

Die Leinsamensorten, die in der TradiLin® - Produktionskette zum Einsatz kommen,
müssen vom Vorstand der Vereinigung anerkannt werden.